Bindung

Bindung ist ein biologisch wichtiges Überlebenssystem, das sich bereits früh in der menschlichen Evolution herausgebildet hat und über die Anbindung an eine Person das Überleben des Säuglings sichert. Das Bindungssystem wird aktiviert, wenn ein Säugling Hunger hat, von Reizen überflutet wird oder aber sich alleine fühlt. Aktiviert bedeutet, dass der Säugling weint, schreit oder nach seiner Bindungsperson ruft.

Versteht diese die Signale des Kindes, so kann sie beruhigend und coregulierend den Stress lindern, indem sie zum Beispiel den Säugling füttert oder ihm Nähe gibt und ihn dadurch beruhigt.

Allen Menschen ist eine intuitive elterliche Kompetenz angeboren. Diese muss noch im Umgang mit dem Kind verfeinert werden. Je feinfühliger man die Signale des Säuglings erkennt, desto schneller kann man ihn aus dem Stress befreien, indem er sich befindet. Gelingt dies regelmäßig, so entwickelt sich das Nervensystem entspannt und optimal. Das Kind entwickelt eine sichere Bindung und holt sich Beruhigung bei seiner Bindungsperson. Man weiß, dass eine sichere Bindung positive Auswirkung auf die körperliche und seelische Gesundheit im Erwachsenenalter hat und ein starker Schutzfaktor für eine gesunde individuelle – wie auch soziale – Entwicklung ist.

Der am Haunerschen Kinderspital tätige Arzt und Bindungstherapeut Dr. med. K. H. Brisch hat zur Förderung der elterlichen Kompetenzen das Konzept „Sichere Ausbildung für Eltern“ kurz SAFE® entwickelt. Als Kinderarzt halte ich die Unterstützung der elterlichen Feinfühligkeit für einen Schlüssel zur gesunden Entwicklung des Kindes und – neben der Erkennung und Therapie von Krankheiten – für eine der zentralen Aufgaben des Kinderarztes.

Ich habe verschiedene bindungsorientierte Ausbildungen absolviert und bin unter anderem SAFE®-Mentor/Trainer. Bei Bedarf biete ich auch SAFE®- Spezialkurse durch zwei ausgebildete SAFE®-Mentoren in der Praxis an.